"Im Grunde kann ich mir nicht aussuchen, worüber ich schreibe oder woran ich arbeite. Ich schreibe und male, was mir zufliegt, wenn ich es in Gelassenheit annehmen kann. Dann beginnt ein nahezu bildhauerischer Arbeitsprozess: Ich meißle und schleife... ich schneide und nähe... ich wechsle Worte aus und hoffe, schließlich meine Aussage scharf gestellt zu haben."
Anke Mühlig


Anke Mühlig arbeitet seit 1996 in ihrem Atelier Kokonen, der Kokon.
Kennzeichnend für viele ihrer Arbeiten ist die charakteristische Handschrift, mit der eigene lyrische oder fremde Texte auf Stoff geschrieben, gestickt oder appliziert werden.
Dabei gelingt die Balance zwischen zur Textur gewordenem Text und lesbarem Inhalt. Es entstehen zeitlose textile Texte, zuweilen ergänzt durch ins Abstrakte kippende Bilder oder Farbschleier, die auf geheimnisvolle Weise berühren.
Anke Mühlig lauscht auf Gefühle und Stimmungsnuancen, die sie in Wort und Bild einfängt, oder sie ergreift das Wort für Menschen, die sich nicht mehr selbst einbringen können.
Dabei arbeitet sie gattungsüberreifend und überrascht mit neuen Lösungen: Worte werden eben nicht auf Papier, sondern auf Stoff geschrieben, Papier wird zerschnitten und dann doch zur raumbildenden Wand, zauberhaft zarte Bilder gewinnen eine verblüffende Räumlichkeit durch übereinandergeschichtete, transparente Stoffe.
Die großformatigen Textbahnen oder Bilderserien dienen zuweilen dazu, -wie eine Wand aus Stoff- Innenräume zu gliedern, weil sie -beidseitig lesbar- unterschiedliche Funktionsbereiche und Ruhezonen voneinander abgrenzen.

Im Jahr 2011 wurde das Atelier Kokonen um einen Raum erweitert, in dem regelmäßig Kurse stattfinden.

Hermann Schulze





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